Bild der Macht – Bild der Geschichte

Wandbild für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin

 

Innerhalb des Bilderzyklus „Head Lines“ von Joseph Carlson
ist 2019 ein Motiv entstanden, das inhaltlich und formal eine Besonderheit darstellt.

 
 
Adenauer Stiftung
 
 

„Head Lines“ sind Bilder der Macht. Das ist ihr Inhalt. Sie greifen zurück auf die Signaturen der prominentesten politischen Entscheidungsträger weltweit. Diese Männer und Frauen der Macht sind unsere Zeitgenossen. Ihre Macht ist die Macht von heute. Ob sie auch Männer und Frauen der Geschichte sein werden, wird die Zukunft zeigen.
 
Von diesem gemeinsamen Nenner des inhaltlichen Bezuges weicht das neue Motiv ab, das für den Konferenzraum im neuen Verwaltungsbau der Konrad-Adenauer-Stiftung entstanden ist. Es verarbeitet eine Signatur der Macht von gestern und zugleich eine Signatur historischer Bedeutung. Unter den Bildern der Macht ist also dieses zugleich auch ein Bild der Geschichte. Es ist ein Bild, das aus der Signatur von Konrad Adenauer gestaltet ist.
 
Während die bisherige Werkreihe eine Sequenz gleich großer Hochformate bildet, ist das neue Werk ein Querformat und wird als solches zusätzlich durch ein Querformat innerhalb des Bildraumes betont. Die Assoziation eines schräg auf dem Tisch liegenden weißen Schriftstücks stellt sich ein. Signatur und Träger überlagern sich – wie in der Wirklichkeit. Doch in einer anderen Wirklichkeit, in der des historischen Bedeutungsraums, werden die Grenzen überschritten. Die Signatur wächst über das Schriftstück, die Persönlichkeit wächst über den Anlass hinaus. Nur die Andeutungen eines A und weniger Einzelformen reichen aus, Konrad Adenauer zu vergegenwärtigen.
 
Vergangenheit bedeutet nicht Stillstand. Im Gegenteil. Das Vermächtnis Konrad Adenauers lebt weiter: in seiner Partei, in seinem Land und in seinen Zielvorstellungen einer deutschen Wiedervereinigung und einer europäischen Integration.

 

 
 
 
Annenberg Space for Photography
 
 

  

Abwehr – Abgrenzung – Abstraktes

 

Joseph Carlson
Teilnehmer der Gruppenausstellung

W|ALL: Defend, Divide and the Divine

 

zusammen mit Shimon Attie, Carol Guzy, Linda Foard Roberts, Moises Saman, Shan Wallace, Oded Balilty, Bill Yates und weiteren

 
 

Wall New York

 

In der von Katie Hollander und Jen Sudul Edwards Ph.D. kuratierten Ausstellung wird der historische Einsatz von Mauern und der künstlerische Umgang mit ihnen untersucht. Über Jahrhunderte hinweg spielten diese Bauwerke eine zentrale Rolle im Leben der Menschen verschiedenster Zivilisationen. Diese vielschichtige Ausstellung befasst sich intensiv mit den künstlerischen, sozialen, politischen und historischen Aspekten der Mauer, die wiederum in sechs Abschnitte gegliedert ist: Abgrenzung, Verteidigung, Abschreckung, Übersinnliches, Dekoration und Unsichtbares. Diese Themenfelder überschneiden sich und nehmen, je nach Kontext, eine neue Bedeutung an ­– fast so, wie die Mauern selbst.

 
 

Annenberg Space for Photography
Los Angeles
5. Oktober 2019 – 29. Dezember 2019

 
 


 
 
 
Head Lines maison heinrich heine

 
 

Politik – Macht – Kunst

 

Unter dem Titel „le pouvoir“
zeigte das Maison Heinrich Heine in Paris in einer Ausstellung den Bilder-Zyklus
 

„Head Lines“

von Joseph Carlson.

 

Die Ausstellung war von September bis Oktober 2018 in der Grande Salle der Maison Heinrich Heine zu sehen.
Die Werkreihe umfasst 24 Motive, Ink on Canvas, 120 x 80 cm.
 
Zu diesem Kunstprojekt erschien die 120-seitige Publikation „le pouvoir –
Die Macht der Signaturen“ mit Essays namhafter Autoren aus der Politik und der Kunstwissenschaft wie Prof. Dr. Norbert Lammert, Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Dr. Barbara Hess, Nicola Kuhn, Yean-Yves Bainier und des französischen Literaturpreisträgers Prof. Pascal Dethurens.

 
 

Head Lines 1

 

„In über zwanzig Werken ruft Joseph Carlson also die Unterzeichner unserer Welt zusammen und macht das, wovon wir höchstens träumen:
Er versammelt die Staatschefs unserer Zeit um ein großes gemeinsames Projekt. Eine bemerkenswerte Idee, bei der eine utopische Euphorie Hand in Hand geht mit dem Wissen, dass sie zum Scheitern verurteilt ist.“

 

Pascal Dethurens

 
 

Head Lines -2

 

Head Lines -3

 

„Joseph Carlsons Head Lines sind Kunst-Werke, keine Dokumente.
Man könnte sie als rein 
ästhetische Projektionen wahrnehmen und 
sie sind mit Blick auf konkrete Machthaber vielleicht auch nur so zu ertragen.“

 

Norbert Lammert

 
 

Head Lines -4

 
 
 


 
 
 

Schwarz. Wald. Land.

 

„Schwarz leuchtet“

 

ist der Titel der gemeinsamen Ausstellung von Joseph Carlson und Florian Richter die 2017 im Neuen Schloss in Waldshut-Tiengen gezeigt wurde.

 
 

Ausstellung Schwarz leuchtet

 

Schwarz leuchtet

 

Schwarz leuchtet

 
 

Einführung zur Ausstellung „Schwarz leuchtet“.
(Auszug)  

Zara Tiefert-Reckermann
Kunsthistorikerin

Silva nigra, der schwarze Wald, war den römischen Legionären ein Grauen, das sie weiträumig umgingen. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein war der Schwarzwald im Wesentlichen einfach ein Stück „wilde Natur“ und im Grunde ist das größte deutsche Mittelgebirge bis heute noch zu entdecken. Dabei ist es interessant, zu sehen, wie unterschiedlich Dichter, Künstler, Denker oder eben Fotografen sich ihm annähern und mit ihm umgehen. „Der Schwarzwald“, schreibt Ulrich Beer, „braucht starke Persönlichkeiten, solche die ihn mit Phantasie betrachten, mit den Sinnen erleben, Einsamkeit und Schroffheit ertragen.“

JOSEPH CARLSON lässt den schwarzen Wald erleuchten. Er wählt für seine Arbeiten jedoch bewusst die Technik der Schwarz-Weiß-Fotografie. Dabei werden die Motive nicht nur in der Schwarz-Weiß-Technik aufgenommen, sondern von vorne herein Schwarz-Weiß gedacht. „Schwarz ist die einzige Farbe, die sich selbst genügt“, sagt Carlson. „Sie braucht keinen Komplementärkontrast, keine Harmonien, keine Akkorde, kein Farbklima. Sie holt sich ihre notwendigen Kontrastierungen aus sich selbst.“ Und so finden wir in Carlsons Bilder das Schwarz in all seinen Nuancen wieder. Dabei zeigt der Künstler eine ungeheure Sensibilität für die verschiedensten Grauwerte. Die Jahreszeiten in Carlsons Arbeiten sind fast sekundär. Der Kontrast entsteht bei ihm unabhängig, ob da ein Schneefeld oder eine grüne Wiese abgebildet wird. In Carlsons Fotografien lebt die Natur allein durch Struktur und Monochromatik. Das Licht ist dabei ganz zentral, denn erst das Licht macht das Schwarz sichtbar und bringt den schwarzen Wald zum Leuchten.

Joseph Carlson nimmt die Bilder aus dem Inneren des Schwarzwalds auf. Er lebt und arbeitet in Breitnau. Seine Fotografien entstehen aus dem Alltag heraus, im Herzen des Waldesinneren. Ein Wald – das zeigen Arbeiten aus den Serien „Schwarzlicht“ oder auch „Lichtgrau“ sehr eindrücklich – ist alles, was zwischen seinen Bäumen existiert, zwischen seinem dichten Unterholz und seinen Lichtungen, zwischen all seinen Lebenszyklen. Ein Wald ist auch ein Ort der Begegnung zwischen denen, die ihn betreten, und dem Unbenennbaren, aber Anwesenden, das hinter einem Baum oder im Unterholz wartet. Die Komplexität der sich kreuzenden Wege und Energien im Wald ist einzigartig und inspirieren Carlson zu seinen Arbeiten. Oder wie der Künstler selbst die Faszination Schwarzwald beschreibt: „Inspiriert haben mich dabei Geometrie und Asymmetrie, Kraft und Schönheit, Ordnung und Chaos, Vergängliches und Wandel, Ruhe und Leere, Dimensionen und Prozesse, das Dunkle und das Helle, Realität und Mythos.“ Carlson arbeitet mit einer digitalen Bildkamera. Dabei entstehen schlichte, ehrliche Aufnahmen der unmittelbaren Umgebung, in der er lebt. Unspektakulär, sachlich und authentisch – ohne malerische Effekte oder narratives Spektakel.

In Carlsons Fotografien herrscht oft ein Gefühl des Wartens. Doch was ist es, das da wartet? Ein Ereignis, das wir weder benennen noch wirklich zuordnen können. Und doch ist es da. In dieser Eigenschaft verwirren und verlocken seine Arbeiten die Phantasie des Betrachters.

In den Fotografien von Carlson sind Eingriffe des Menschen in die Landschaft durchaus erkennbar, obwohl dieser in Carlsons Werken nirgendwo leibhaftig präsent ist. Es sind verhaltene Spuren der Zivilisation, die auf die Abwesenheit des Menschen verweisen – ob das sorgfältig aufgestapelte Holzbeigen sind oder die mit Mähfahrzeugen gepflügten Ackerstücke. Diese seriell angelegten Bilder mutieren durch ihre streifenhaften Strukturen zu abstrakten Landschaften und werden zu differenzierten Orten, unabhängig von den tatsächlichen topografischen Fakten. Carlson schafft durch Reduktion eine Vertrautheit und Verbundenheit mit der Gegend, die er auf seinen täglichen Wegen visuell erschlossen hat.

Darüber hinaus thematisiert der Künstler in einigen Werken auch das Sterben des Waldes. So ist es kein Geheimnis, dass nur noch 40 % des deutschen Waldes gesund ist. Carlsons Arbeiten sind formal sowohl von den Strukturen des Schwarzwaldes als auch von den Veränderungen durch den Menschen geprägt.