joseph carlson
* 1952, lebt und arbeitet in Deutschland

Die Kunstkonzepte, die Joseph Carlson entwickelt, sind offen und zielen auf den Prozess des Endlosen. Immer neue Schritte folgen und keiner der Schritte wird die Werkfolge abschließen. Diese Kontinuum-Konzepte heben die medialen Grenzen zwischen Fotografie, Grafik, Malerei und Objektkunst auf.

Dazu sammelte Joseph Carlson jahrzehntelange Erfahrung auf unterschiedlichen Feldern der visuellen Kommunikation – als Art Director und Creative Director mit über 80 nationalen und internationalen Preisen und Auszeichnungen. Auf dieser Basis beschäftigt er sich seit 2005 mit den Phänomenen der zweidimensionalen und der 
dreidimensionalen Form. Vor allem untersuchte er die Form im Hinblick auf ihre ästhetischen Dimensionen und ihre zeichenhaften Qualitäten unter Einsatz verschiedenster bildnerischer Mittel.

Darüber hinaus beschäftigt er sich kontinuierlich mit dem Medium der Fotografie. Er untersuchte das kommunikative Potential am fotografischen Einzelbild ebenso wie an der themengebundenen Fotoserie und experimentiert mit komplexen fotografischen Projekten. Dass er seine bildnerischen Impulse der Wirklichkeit entnimmt, entspricht dem Wesen der Fotografie.

Doch Joseph Carlson überträgt seine Orientierung an der Wirklichkeit auch auf grafische Bildkonzepte, indem er Zeichen-Welten für seine Bildlösungen nutzbar macht. Dafür ist der Bilderzyklus Head Lines, an dem Joseph Carlson seit 2015 arbeitet, ein sprechendes Beispiel. Schrift als Zeichen-Inventar und Signaturen als ein Genre von explizit zeichenhafter Bedeutung finden hier Eingang in sein Bildschaffen. Mit dieser Werkgruppe bestätigt Joseph Carlson die konzeptionelle Durchdringung seiner Kunst.

Alle diese Erfahrungen fließen in die tägliche Kunstpraxis ein. Seit 2008 arbeitet Joseph Carlson intensiv am Projekt „dium“. Es ist unter seinen Kontinuum-Konzepten das umfassendste und zeigt in der Breite wie in der Tiefe die Dimension seines künstlerischen Schaffens. Dazu wird nach über 10 Jahren der künstlerischen Auseinandersetzung mit diesem Thema, das Projekt „dium“ 2020 in einer Werkschau zu sehen sein. Zeitgleich erscheint unter dem Titel „Der Griff nach dem Himmel“ eine 120-seitige umfassende Dokumentation des Kunstprojekts.

Das Kunstschaffen Joseph Carlsons ist stark konzept-orientiert. Mehr als das Einzelwerk interessiert ihn der Zusammenhang, sei es die Verbindung innerhalb einer Werkreihe oder der Bezug zu externen Bedingungen. Diese Haltung prädestiniert ihn für die Tätigkeitsfelder Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum. Mit zahlreichen Konzepten und Wettbewerbsbeiträgen hat er in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam gemacht.  

 

joseph carlson